Unter der gestalterischen Leitung von SKK Landschaftsarchitekten werden seit 1989 nach gartendenkmalpflegerischen Grundsätzen Teilbereiche des Parks restauriert und diverse Teilprojekte für Restaurierungsetappen erarbeitet. Die Grundlage dafür bildet die Festlegung eines Zielzustandes und die darauf aufbauende Erarbeitung eines Konzeptes für die langfristige Entwicklung. Inhaltliches Ziel ist es, den vergangenen Strukturreichtum des Gartens um die Wende vom 19. in das 20. Jahrhundert wiederzugewinnen.
Der Villengarten der Langmatt wurde um 1900 nach den Plänen des renommierten Gartenarchitekten Otto Froebel aus Zürich im gemischten Stil gestaltet. In den englischen Landschaftsgarten wurden diverse Gartenbereiche in formaler Ausgestaltung eingebunden. Ein Beispiel ist der Rosengarten, der mit seiner klaren Symmetrie und dem Bezug zum Gebäude die Prinzipien des Architekturgartens aufnimmt. Die Gliederung des Gartenraums nach funktionalen Gesichtspunkten und Betätigungsmöglichkeiten (Naschen, Turnen, Obstgarten) nimmt dabei die Programmatik späterer Reform- und Architekturgärten vorweg. Spätere Umgestaltung wie die Französierung Ende der 1920er Jahre respektierten die gestalterische Intention der Erstanlage und erweiterten den Villengarten um weitere qualitätsvolle Gartenräume.
In den 1980er Jahren findet die Umwandlung der Villa zu einem öffentlich zugänglichen Museum statt. Seit 1989 erfolgt die gartendenkmalpflegerische Betreuung der Pflege und Restaurierung der Gartenanlage durch SKK. Oberstes Ziel der Massnahmen ist der integrale Erhalt der wertvollen Parkanlage als Zeugnis vom Wirken und Schaffen der Familie Brown.
Zuletzt durfte SKK im Zuge der Gesamtsanierung 2024-2026 die historisch wertvolle Anlage im Umfeld des neuen Pavillons und der sanierten Villa nach historischen Plänen und Bildern in Stand stellen, sowie den «Kindergarten» neu zum Leben erwecken. Für die Revitalisierung des Gartens waren ein Gestaltungsplan des Gartenarchitekten Otto Froebel (1844−1906) von 1905, eine Geometeraufnahme von 1909 sowie verschiedene Pflanzenlisten Froebels und historische Fotodokumente als Grundlage besonders wertvoll. Anhand dieser Quellen und dem Befund vor Ort konnten der Rosen-, Stauden- und Obstgarten saniert werden. Auch der Beltwalk schlängelt sich nun wie an der nördlichen Parzellengrenze durch den Wald und verbindet die verschiedenen Partien des Gartens miteinander. Einen besonderen Höhepunkt im Garten stellt der wiedererweckte Garten für die Kinder dar. In enger Anlehnung an die historischen Quellen konnte der Gartenabschnitt revitalisiert werden, welcher den Kindern von Sidney und Jenny Brown vorbehalten waren und wo vermutlich der Gartenarchitekt Otto Froebel die reformistischen Ideen seines Grossonkels Friedrich Froebel zur Kindeserziehung umsetzte. Die frühere Szenografie des Gartens ist seit der Sanierung wieder erlebbar und der Villengarten der Langmatt strahlt wieder in der gleichen gartenkünstlerischen Vielfalt wie zu Lebzeiten der Besitzerfamilie Brown.
Stiftung Langmatt – Sidney und Jenny Brown
Zusammenarbeit mit:
Ernst Niklaus Fausch Partner AG
Ort:
Baden AG
Bearbeitung:
seit 1988
Leistungen:
Gutachten, Pflegebegleitung, Sanierungsprojekt
Weiteres:
Villa Langmatt
Friedhof St. Katharinen Solothurn
Villa Boveri Baden
Inventarüberprüfung ISOS Zürich