Übersicht

Erlenmattpark in Basel – vom Bahnareal zum Lebensraum Natur

Die Festgesellschaft auf dem Verbindungssteg, der über das Naturschutzgebiet führt
Teil des offiziellen Eröffnungsakts: Pflanzensamen aus dem Korb für die Trockenlandschaft
Musikalisches Rahmenprogramm auf der Rednerbühne
Hinten Autobahn, vorne Kies-/ Sandflächen und Steinformationen: Trockenlebensräume für Reptilien, Vögel, Insekten und zahlreiche weitere Arten
Der nördliche Bereich des Erlenmattparks verbindet gestalterische und naturschutzfachliche Anliegen
Durch eine optimierte Projektierung konnten mehrere geschützte Bäume erhalten werden.
Die neue Wendeltreppe (7.5 to Stahl - 5.3m hoch) am alten Brückenkopf verbindet den Park mit der Wiese
Beim Erlenmattfest zum Frühlingsanfang

Das Erlenmattareal in Basel wurde bis Ende der 1990er-Jahre von der Deutschen Bahn genutzt und anschliessend schrittweise zu einem vielfältigen Stadtquartier mit Wohn-, Arbeits-, Freizeit- und Naturräumen entwickelt. Aufgrund der jahrzehntelangen Nutzung als Bahngelände ist der schotterreiche Boden mehrheitlich nährstoffarm und stark der Sonne ausgesetzt. Diese Bedingungen bieten ideale Lebensräume für trockenheits- und wärmeliebende Pflanzen- und Tierarten. Rund zwei Drittel des Parks sind als Naturschutzbereich ausgewiesen und dienen gezielt der Förderung der Biodiversität. Hier finden sich Pflanzen- und Tierarten, die in der Nordschweiz ausserhalb Basels nur noch vereinzelt oder gar nicht mehr vorkommen.

Die Überbauung des gesamten Areals begann 2006 und erfolgte etappenweise; die Gestaltung der Parkflächen startete 2008. Mit der nun letzten Bauetappe wurde der Erlenmattpark vollendet. SKK hat das Gesamtkonzept verfeinert und die Umgestaltung der Natur- und Naturschutzzonen in Erlenmatt Nord als Bauleitung für die Gärtnerarbeiten und als ökologische Baubegleitung (ÖBB) begleitet.

Ziel der Umgestaltung war die Entwicklung eines strukturreichen, trocken-ruderalen Lebensraumgefüges mit einer hohen standorttypischen Biodiversität. Die rund 3,5 Hektaren grossen Flächen bilden das ökologische Herzstück des Areals und vernetzen angrenzende Bahnbrachen wie jene des ehemaligen Badischen Rangierbahnhofs mit städtischen Naturräumen. Besucherlenkung, gezielte Pflegemassnahmen und zugelassene Sukzessionsprozesse sichern die Naturwerte und machen die städtische Natur erlebbar. Der definierte Zielzustand berücksichtigt seltene Arten wie Schlingnatter, Rheinische Steppen-Flockenblume oder die Blauflügelige Ödlandschrecke. Die im Bauperimeter befindlichen geschützten Bäume erforderten aufwendige Anpassungen im Bauablauf. So wurden beispielsweise die Blocksteinböschung sorgfältig um die Wurzelbereiche herum modelliert. Es entstand ein Mosaik aus Trockenwiesen, Pionierflächen, Gehölzen und Ruderallebensräumen. Steinlinsen, Totholz, Sandlinsen und dornenreiche Strauchgruppen bieten zahlreichen Tierarten Rückzugs-, Überwinterungs- und Fortpflanzungsräume.

Während der Bauarbeiten stellte SKK in der Funktion der ÖBB sicher, dass die Schutz-, Wiederherstellungs- und Ersatzmassnahmen fachgerecht umgesetzt wurden. Denn bereits vor Projektbeginn war Erlenmatt Nord ein bedeutender Rückzugs- und Quelllebensraum. Nachgewiesen waren 29 Arten der Schweizer sowie 71 Arten der kantonalen Roten Liste, darunter Schlingnatter, Dorngrasmücke und Himmelblauer Steinkleebläuling. Der Bauablauf wurde deshalb gezielt auf die Bedürfnisse der Tierwelt abgestimmt: Winterschutzhabitate boten Reptilien Rückzugsräume, Rodungen erfolgten ausserhalb der Vogelbrutzeit, und heikle Arbeiten wurden vor Ort begleitet. Für die Begrünung kam lokales Schnittgut wertvoller Spenderflächen zum Einsatz.

Heute verbindet die dritte Etappe Biodiversitätsförderung, ökologische Aufwertung und naturverträgliche Erholungsnutzung. Die Massnahmen schaffen langfristig hochwertige Lebensräume und stärken die ökologische Vernetzung im Erlenmattpark. Darüber hinaus sichern ein Pflegeplan und ein Erfolgskontrollkonzept die langfristige Entwicklung der Flächen.

Wir blicken gespannt auf die weitere Entwicklung dieser Flächen und danken allen Mitwirkenden für die gute Zusammenarbeit.

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Das Erlenmattareal in Basel wurde bis Ende der 1990er Jahre von der Deutschen Bahn genutzt. Der Rückzug der Bahnnutzung liess wertvolle Lebensräume für Flora und Fauna entstehen. Die städtebauliche Entwicklung sieht heute eine Nutzung als Wohn- und Arbeitsgebiet vor, einschliesslich des zentralen Erlenmattparks (EMP) mit Flächen für Freizeit, Erholung und Naturschutz.

Im Bereich der letzten Bauetappe (EMP Nord) wurden dabei grossflächige Naturschon- und Naturschutzzonen als künftiger Teil des Parks umgestaltet. SKK übernahm dabei, neben der Rolle als Fachplaner Landschaftsarchitektur/ Bauleitung auch die ökologische Baubegleitung (ÖBB).

Der Erlenmattpark in Basel markiert einen wichtigen Meilenstein in der nachhaltigen Stadtentwicklung des ehemaligen Güterbahnhofareals. Mit seiner Fertigstellung ist ein vielseitiger öffentlicher Raum entstanden, der Erholung, Spiel und Naturschutz miteinander verbindet und zugleich als grünes Herz des neuen Quartiers dient.

Die offizielle Eröffnung wurde im Rahmen eines Parkfests gefeiert, bei dem Bevölkerung und Projektbeteiligte zusammenkamen, um diesen neuen Lebensraum zu würdigen.

Wir blicken gespannt auf die weitere Entwicklung dieser Flächen und danken der Stadtgärtnerei Basel-Stadt als Auftraggeberin, allen Planungspartnern und den ausführenden Firmen für die gute Zusammenarbeit.

Erlenmattpark Basel

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