NIK + MYRA – Rössli Hergiswil Projektwettbewerb
Ausschreibung
Das Projekt schafft an zentraler Lage in Hergiswil ein Wohn- und Gewerbeensemble zwischen Seestrasse, Dorfplatz und Rössliwiese. Die winkelförmige Setzung bündelt die Dichte entlang der Seestrasse und öffnet sich zum Dorfplatz in einen grosszügigen Freiraum. Zur Strasse zeigt sich die Architektur urban und mit Seebezug, zum Dorf hin kleinteiliger, niedriger und topografisch abgestimmt.
Vielfältige Wohnungstypologien fördern die soziale Durchmischung. Balkone, Loggien und Terrassen vermitteln zwischen Innenraum und den Ausblicken auf See, Hof und Dorf. Der Innenhof bildet das soziale Zentrum und verbindet Erschliessung, Aufenthalt, Begegnung und Rückzug.
Freiraumkonzept
Die Parzelle vermittelt zwischen Dorfplatz und Bahnhof im Südwesten sowie Rössliwiese und Schiffsstation im Osten und stärkt damit das räumliche Gefüge von Hergiswil. Die südliche Parzellenecke bildet als kleiner Platz ein prägnantes Scharnier: Sie bündelt Bewegungsströme, verknüpft bestehende Wege und ergänzt das öffentliche Freiraumgefüge. Das aktivierte Erdgeschoss mit Gewerbe und niederschwelligem Gastroangebot belebt den Ort und schafft einen niederschwelligen Treffpunkt mit Blick auf den Vierwaldstättersee. Der nach Südwesten orientierte Innenhof bildet das soziale Zentrum der Anlage. Differenzierte Aufenthaltsbereiche, Vegetationsinseln und subtile Geländemodellierungen schaffen ein abgestuftes Spektrum von Gemeinschaft bis Rückzug. Der zentrale Gemeinschaftsraum stärkt die nachbarschaftliche Interaktion, während private Vorgärten geschützte Räume schaffen. Die bestehende Hainbuche am Dorfplatz bleibt als identitätsstiftendes Element erhalten. Ein sanft ansteigender Steg vermittelt zwischen den Terrainkoten und formuliert zugleich den Übergang vom öffentlichen zum halbprivaten Raum.
SKK Vegetationskonzept
Das Vegetationskonzept basiert auf einheimischen und klimaresilienten Baumarten, die den Bestand des Dorfes aufgreifen, stärken und gezielt ergänzen. In den Strassenräumen kommen robuste GALK-Gehölze wie der Feldahorn (Acer campestre) zum Einsatz, die sich an urbane Belastungen wie Hitze und Streusalz meisterlich anpassen. Eine Winterlinde (Tilia cordata) setzt an der Südecke einen markanten Akzent und stärkt als verbindendes Element die Beziehung zwischen Dorfplatz und Rössliwiese. Im Hof sorgen verschiedene Wildkirschenarten für saisonale Farbakzente und fördern die Biodiversität, während Heistergruppen die räumliche Gliederung steuern und mit Blickbezügen spielen.
Dank der grosszügigen Überdeckung der Tiefgarage entstehen geeignete Wachstumsbedingungen für kleinkronige Bäume und Heister. Ergänzende Geländemodellierungen schaffen zusätzlichen Wurzelraum und unterstützen die atmosphärische Zonierung der Hofbereiche durch verschiedene Horizonte. Im Sinne des Schwammstadtprinzips tragen begrünte Dächer zur Regenwasserrückhaltung und zur Verbesserung des Mikroklimas bei. Biodiversitätsfördernde Elemente wie Sandlinsen und Totholz ergänzen das ökologische Konzept.
Die Gestaltung verfolgt einen robusten und atmosphärischen Ansatz. Funktionale Flächen an Eingängen und zentralen Orten ermöglichen eine effiziente Kurzzeitabstellung für Fahrräder und den motorisierten Individualverkehr. Sitzmauern strukturieren die Freiräume und schaffen Aufenthalts- und Spielmöglichkeiten. Unterschiedliche Beläge aus Chaussierung, Pflästerung und Grünflächen zonieren die Nutzungen und sorgen für ein stimmiges und urbanes Gesamtbild. Die bestehende Pflästerung des Dorfkerns wird dabei aufgenommen und behutsam weitergeführt.
Zusammenarbeit mit: HTS Architektur AG, Altdorf